Naked Drip Wedding Cake

Naked Drip Hochzeitstorte

Im Sommer 2017 hatte ich die Ehre meine erste Hochzeitstorte für eine alte Schulfreundin zu backen.

Schritt 1: Die Vorbesprechung

Nachdem sie mir den Hochzeitstermin sagte und ich Zeit hatte, vereinbarten wir einen Besprechungstermin. Gemeinsam mit ihrem Verlobten und ihr suchten wir im Internet nach Inspiration. Es statt fest, dass sie lieber eine Torte ohne Fondant-Überzug hätten, weshalb wir die Suche im Vorhinein einschränken konnten. Auf Pinterest gefielen uns besonders die Naked Hochzeitstorten als auch von Drip Cakes. Deshalb fiel die Entscheidung am Ende auf eine dreistöckige Naked Drip Torte. Geschmacklich wollten sie eine Etage mit Himbeer-, eine mit Schokolade-und eine mit Käsesahnefüllung. Außerdem sollte sie mit frischen Früchten verziert und mit einem Hochzeitspärchen auf der Spitze abgerundet werden. Ich notiere mir alles, um im Nachhinein nichts zu vergessen und machte mir auf dem Heimweg schon die ersten genauer Gedanken.

Schritt 2: Der Backprozess

Da ich noch nie eine so große Torte gebacken habe, teilte ich mir die Arbeit auf drei Tage auf, um alles rechtzeitig fertig zu bekommen.

TAG 1:

Am ersten Tag backte ich sechs Wiener Böden: zwei mit dem Durchmesser von 32 cm, zwei mit 26 cm und zwei mit 20 cm. Dafür verwendete ich dreimal mein Wiener Tortenboden-Rezept. Ich ließ sie in Ruhe auskühlen und lagerte sie über Nacht im Backofen, um sie vorm Austrocknen zu schützen.

Außerdem modellierte ich an diesem Tag ein Hochzeitspärchen in Tracht aus Marzipan und die ich auf einen ausgestochenen Fondantboden setzte.

TAG 2:

Am nächsten Tag startete ich mit dem Vanillepudding für die deutsche Buttercreme, damit diese in Ruhe abkühlen konnte. Danach schnitt ich die Tortenböden jeweils einmal in der Mitte durch und bereite die Käsesahnefüllung zu. Diese gab ich abwechselnd mit dem Ø 20 cm Tortenboden in eine Tortenring, so dass man am Ende drei Creme- und vier Teigschichten hat. Nun kühlte ich die Torte zuerst kurz im Tiefkühler und dann im Kühlschrank.

Weiter gings mit der Buttercreme. Während ich den Pudding passierte, wurde die Butter mit Staubzucker in meiner Küchenmaschine schön hell schaumig geschlagen. Dann gab ich löffelweise den Pudding dazu und teilte die Masse dann auf drei Schüsseln auf. 800 g wurde mit Himbeerpüree vermischt, 850 g mit geschmolzener Kuvertüre und der Rest blieb “weiß”.

Anschließend bereite ich eine Drehplatte mit Cakeboard als Unterlage vor. Ich tränke die Tortenböden und bestrich sie mit Marmelade (Himbeere bzw. Marille), außer natürlich den Boden der ganz oben später drauf kam.

Die helle Buttercreme füllte ich in eine Spritzbeutel mit Lochtülle, um am Rand des Tortenbodens einen Ring aufzudressieren. In der Mitte verteilte ich dann bei der Ø 32 cm Torte die Schoko- und bei der Ø 26 cm Torte die Himbeerbuttercreme. Dann platzierte ich den nächsten Boden darauf und wiederholte den Vorgang. Danach stellte ich die Torten in den Kühlschrank. Diesen musste ich und meine Familie die Woche davor ziemlich leer futtern, damit ich alle drei Stöcke Platz hatte.

Am Ende strich ich dann noch alle Etagen mit etwas Sahne ein, damit sie alle einen schönen weißen, rustikalen Look hatten.

Als Dekoration und ,um das überschüssige Eiweiß gleich sinnvoll zu verwenden, backte ich noch Meringue Drops.

TAG 3:

Jetzt sind wir am letzten Tag angelangt. In der Früh ging ich ganz frisches Obst für die Dekoration einkaufen. Zu hause wieder angekommen, bereitete ich den Drip vor und wusch die Beeren. Außerdem baute ich schon einzelne Teile des Tortenständers zusammen, um die Torten vor Verzieren darauf zu platzieren.

Der Tortenständer:

Ich habe sehr lange überlegt und recherchiert wie ich meine Torte am besten stapeln könnte und entschloss mich am Ende für einen Ständer. Viele machen es auch mit Stöcken, aber ich fand den Tortenständer einfach edler und bei Anschnitt später auch angenehmer.

Gemeinsam mit meiner Schwester manövrierten wir die größte Torte auf den untersten Stock des Ständers. Mit einem Ausstecher stach ich ein Loch in der Mitte aus und schraubte dort die Säule sofort fest. Danach habe ich den Schoko-Drip aufgetragen und die Beeren und Schaumgebäcke darauf verteilt. Zum Abrunden zerbröselte ich am Ende noch ein paar Meringue Drops über der Torte und schraubte dann die zweite Tortenplatte am Ständer an.

Auch bei der zweiten Torte habe ich ein Loch ausgestochen, dieses Mal aber vorher und nicht auf dem Ständer. Stellte sie auf die zweite Platte, schraubte die Säule an, verzierte sie wieder mit Schoko, Beeren und Schaumgebäck und montierte die zweite Platte.

Bei der dritten Torte brauchte ich kein Loch mehr auszustechen und die verzierte ich auch noch auf ihrem Cakeboard. Hier kam in die Mitte dann das Marzipan-Hochzeitspaar. Im Prinzip hätte ich diese Etage direkt in eine Tortenkarton geben können, allerdings wollte ich sie der Braut in voller Pracht zeigen, wenn sie die Naked Drip Hochzeitstorte abholen kam. Ihre überraschte und bewundernde Reaktion hat mich sehr erfreut. 🙂

Schritt 3: Die Lieferung

Ich hierbei habe ich mir lange denn Kopf zerbrochen. Da ich wusste, dass die Hochzeitsfeier auf einer Berghütte statt finden würde und die Autofahrt ca. 2 Stunden dauern würde – im Sommer – musste man für alles vorbereitet sein. Da die Braut am Vorabend aber sowieso auf die Hütte fuhr, vereinbarten wir, dass sie sie bei mir abholen würde.

Trotzdem musste ich die Torte so verpacken, dass sie am Berg heil ankommen würde. Deshalb bestellte ich im Internet eine riesige Thermobox. Darin platzierten wir dann den Tortenständer mit den zwei befestigten Stockwerken und die oberste Etage bewahrten wir in einer Tortenglocke auf.

Die Thermobox wurde im Kofferraum dann so fest gemacht, dass sie nicht verrutschen konnte und den Tortenbehälter nahm ihr Bruder auf den Schoß.

In gewisser Weise hatten wir an diesem Sommertag sogar Glück, da es sehr bewölkt, wenn nicht sogar regnerisch war. Also perfektes Torten-Transport-Wetter 😛

Im Nachhinein bin ich immer noch stolz, dass ich diese Torten gebacken habe. Außerdem danke ich hiermit auch nochmal dem Brautpaar: Es war mir eine Ehre eure Hochzeitstorte gebacken zu haben!

Gutes Gelingen,
eure süße Hüterin

P.S.: Alle Rezepte von dieser Torte findet ihr, natürlich in kleineren Mengen auf meinen Blog, deshalb hier ein kleiner Überblick